29. Jan 2016

Berliner Philharmoniker
Iván Fischer

Anna Larsson

  • Gustav Mahler
    Symphonie Nr. 3 d-Moll (104 Min.)

    Kai-Uwe Jirka Einstudierung, Knaben des Staats- und Domchors Berlin, Anna Larsson Mezzosopran, Gijs Leenaars Einstudierung, Damen des Rundfunkchors Berlin, Johannes Stolte Einstudierung

  • kostenlos

    Interview
    Iván Fischer über Mahlers Dritte Sinfonie (11 Min.)

»Nun aber denke Dir ein so großes Werk, in welchem sich in der Tat die ganze Welt spiegelt – man ist, sozusagen, selbst nur ein Instrument, auf dem das Universum spielt«, schrieb Gustav Mahler im Sommer 1896 an seine Geliebte, die Sopranistin Anna von Mildenburg. Der Komponist verbrachte die Ferien im österreichischen Steinbach am Attersee, um dort, frei von dirigentischen Verpflichtungen, an seiner neuen, der Dritten Symphonie zu arbeiten. Mit diesem Werk, das sechs statt der üblichen vier Sätze hat, sprengte Mahler den Rahmen des bislang Dagewesenen und übertraf selbst die mit rund 90 Minuten Spieldauer schon umfängliche Zweite Symphonie um ca. 15 Minuten.

Allein der Kopfsatz dauert über eine halbe Stunde. Schroff, grell, im unerbittlichen Marschtempo vorwärtsschreitend zieht er den Hörer in eine verstörende Welt. Gleichsam aus dem Rohen, Niederen entwickelt Mahler ein musikalisches Universum, ein Panoptikum des Lebens und der Natur. Jedem Satz gab Mahler ursprünglich einen programmatischen Titel. Später verzichtete der Komponist auf die Bezeichnungen, das »innere Programm« blieb dennoch erhalten. Mahler schmiedet das Erhabene und Gemeine zusammen: Anklänge an Militär- und Jahrmarktsmusik, grotesker Humor und volkstümliche Heiterkeit stehen neben abgrundtiefer Verzweiflung und mystischer Transzendenz.

Im vierten Satz erklingt ein Altsolo auf die Worte des Gedichts »O Mensch! Gib acht!« aus Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra, der fünfte Satz ist ein Chorsatz, in dem Mahler das Lied »Es sungen drei Engel« aus des Knaben Wunderhorn vertont hat. Die Symphonie schließt – auch das war neu – nicht mit einem schnellen Satz, sondern einem hymnischen Adagio. Übrigens: Die erste vollständige Aufführung der Dritten Symphonie bei den Berliner Philharmonikern fand im Januar 1907 unter Leitung von Gustav Mahler statt. Seither spielte das Orchester dieses Werk unter vielen namhaften Dirigenten. Der Ungar Iván Fischer, seit 1989 Gastdirigent der Berliner Philharmoniker, präsentiert sich im Rahmen der philharmonischen Orchesterkonzerte nun erstmals als Mahler-Interpret.

»Wie eine wilde, geheimnisvolle Landschaft«

Gustav Mahlers tönender Kosmos: die Dritte Symphonie

Dieses Werk musste den Zeitgenossen rekordverdächtig vorkommen. Mit seiner Dritten Symphonie, die über 100 Minuten Spieldauer beansprucht und rund 200 Mitwirkende verlangt, übertraf Gustav Mahler schon vom äußeren Rahmen her alles, was bis dahin in der Gattung geschaffen worden war. 1895/1896 hatte er das monumentale Werk komponiert, das den Geist der Epoche, der Gründerzeit, zu spiegeln scheint: mit ihrem Glauben an Fortschritt und Wachstum, mit ihren zu Millionenstädten auswuchernden urbanen Zentren und ihren ameisenstaatenhaften Industriekomplexen. »Das ist ja kolossal!«, pflegte man damals begeistert auszurufen, wenn man von irgendetwas besonders beeindruckt war. »Kolossal« erscheint Mahlers Dritte aber nicht nur wegen ihres Umfangs und ihrer gigantischen Besetzung, sondern auch wegen ihrer programmatischen Idee. Denn diese Partitur strebt nichts weniger an, als das Universum in Musik zu setzen.

Die Stunde null: fast nur Naturlaute

Mahlers Plan zufolge sollte die Symphonie mit der Stunde null der Schöpfung beginnen, mit der noch unbelebten Welt. »Das ist schon beinahe keine Musik mehr, das sind fast nur Naturlaute«, schilderte Mahler selbst diesen Anfang gegenüber seiner Freundin Natalie Bauer-Lechner. »Und schaurig ist, wie sich aus der starren Materie heraus – ich hätte den Satz auch nennen können: ›Was mir das Felsgebirge erzählt‹ – allmählich das Leben losringt.« Ein andermal wählte er das Sinnbild der Jahreszeiten, um sein Konzept zu illustrieren: Demnach beginnt die Symphonie im Winter, wenn alles Leben erstarrt und zu Eis gefroren ist; doch dann taut es, und die Schöpfung erblüht wieder neu. Mit »Pan erwacht – Der Sommer marschiert ein«, hat Mahler diesen Moment in einem seiner Entwürfe überschrieben. Das Erwachen des Sommers illustriert er mit einem Marsch, der dynamisch vorwärtsdrängt und schließlich die Oberhand gewinnt. Die belebte Natur hat damit über die anorganische triumphiert, und der Boden ist bereitet für alles, was nun kommt: für Pflanzen, Tiere und Menschen.

Den zweiten Satz hatte Mahler ursprünglich unter dem Titel Was mir die Blumen auf der Wiese erzählen konzipiert. Es ist die Sphäre der Hirtenidyllen, die hier koloristisch in Szene gesetzt wird: mit dem Schalmeienton der Oboe, mit einem zierlichen, rokokohaften Thema, das historistisch angelegt und exquisit instrumentiert ist. »Es ist das Unbekümmertste, was ich je geschrieben habe, – so unbekümmert, wie nur Blumen sein können«, glaubte Mahler. Freilich bleibt es nicht bei harmloser Blumenheiterkeit. Mahler lässt im Verlauf dieses Tempo di Menuetto auch den Sturmwind über die Wiese fahren; die Blumen werden durchgeschüttelt, sie ächzen auf ihren Stengeln, bis die linden Lüfte wiederkehren und der Sonnenstrahl die Blüten liebkost.

Mit der Tierwelt, die er im dritten Satz zum Leben erweckt, führt Mahler seine Hörer dann in volkstümliche Gefilde. Dabei bedient er sich des Selbstzitats und lässt eines seiner frühen Lieder anklingen, nämlich Ablösung im Sommer. Das zugrundeliegende Gedicht erzählt davon, dass der Kuckuck gestorben ist, der die Tiere im Walde mit seinen Rufen bisher so trefflich unterhalten hatte. Eine passende Nachfolgerin findet sich jedoch rasch – es ist »Frau Nachtigall«: »Sie singt und springt, ist allzeit froh, / wenn andre Vögel schweigen«, lauten die dazugehörigen Verse. Die Konstellation der »Ablösung« markiert indes eine gewisse Ambivalenz: Einerseits signalisiert der Tod des Kuckucks die latente Bedrohung, der alles Leben ausgesetzt ist – es ist also kein Naturidyll, das Mahler hier entwirft, sondern eher ein Sinnbild der Gefährdung. Andererseits aber gestaltet Mahler dieses unheimliche Ereignis durch eine kecke und tragikomische Musik aus, die den Kuckucksruf imitiert und eher wie ein Spottvers anmutet.

Der erste Mensch

»Das Scherzo, das Tierstück, ist das Skurrilste und dazu wieder das Tragischste, was je da war«, gab Mahler gegenüber Natalie Bauer-Lechner zu Protokoll. »Dieses Stück ist wirklich, als ob die ganze Natur Fratzen schnitte und die Zunge herausstreckte. Aber es steckt ein so schauerlicher, panischer Humor darin, dass einen mehr das Entsetzen als das Lachen dabei überkommt.« Das Moment des Entsetzens verschärft Mahler zum Ende des Satzes obendrein dadurch, dass er noch einmal die elementaren Gewalten der leblosen Natur, wie er sie am Anfang der Symphonie präsentierte, wachruft und sie wie einen schweren Schatten über die Welt der Tiere legt. In das Zentrum des Scherzos aber rückt er zwei Posthorn-Episoden, die der Solo-Trompeter hinter der Bühne intonieren muss. Das Posthorn markiert für Mahler die Schnittstelle zwischen Natur und Kultur, zwischen der Pflanzen- bzw. der Tierwelt und dem Erscheinen des Menschen.

Dass der Mensch aber höchst unvollkommen ist und deshalb nicht auf dem Olymp seines Stufenbaus der Welt angesiedelt sein kann, weiß der Komponist nur zu gut. Denn der Mensch wird – und der Mensch vergeht. Er wünscht sich zwar Endlichkeit, wenn ihn Schmerz und Leid plagen; die Freuden des Lebens, die sinnlichen Genüsse aber kann er gar nicht lang genug auskosten. Um diesen Gedanken zu exemplifizieren, vertont Mahler das Gedicht »O Mensch! Gib Acht!« aus Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra, das mit den Versen endet »Doch alle Lust will Ewigkeit – / – Will tiefe, tiefe Ewigkeit.« Die Solo-Altistin trägt die Worte vor, fast somnambul, umnachtet, und passend dazu verlässt die Musik so gut wie nie die Sphäre der leisen, verschatteten Klänge und dunklen Farben. In diesem unwirklichen, abgründigen Klangrahmen wird offenbar, dass die größte menschliche Sehnsucht dazu verdammt sein muss, ein Traum zu bleiben – und wird sie noch so schön besungen.

Wie die ersehnte Ewigkeit zu erreichen sein könnte, skizziert Mahler in den letzten beiden Sätzen. Im fünften wählt er zunächst die Form der Parabel. Er greift auf die Volksliedersammlung des Wunderhorns zurück und vertont das Gedicht Armer Kinder Bettlerlied, in dem es um den Apostel Petrus geht, der die zehn Gebote übertreten hat und trotzdem von allen Sünden freigesprochen wird. Dazu komponiert Mahler eine »musica coelestis«, eine himmlische Musik von hellem Charakter, für Frauen- und Knabenchor, mit Glockenklang und Glockenspiel.

»Was mir Gott erzählt«

Viel abstrakter und metaphysischer geht es zu im grandiosen Finale, mit dem tatsächlich der End- und Höhepunkt erreicht ist, »die höchste Stufe, von der aus die Welt gesehen werden kann.« Und diese höchste Stufe war für Mahler die als Caritas, d. h. als Barmherzigkeit verstandene Liebe. Er hätte diesen Satz nach eigenem Bekunden genauso gut Was mir Gott erzählt nennen können, denn schließlich sei auch Gott nur als Liebe zu verstehen. Um seine Liebesvision zu entfalten, komponierte er ein Adagio von himmlischer Länge: 25 Minuten größter Ruhe, in denen sich die Themen des Satzes allmählich entfalten – wie entrückt; die Zeit scheint stehen zu bleiben, die Endlichkeit überwunden, die menschliche Begrenztheit aufgehoben zu sein. Das gilt ganz besonders für den Beginn des Finales mit seiner tröstenden, seraphisch schönen und beseligend wirkenden Melodie, die im besten Sinne zu Herzen geht.

»Meine Musik ist gelebt«, hat Mahler einmal behauptet. Tatsächlich glaubt man, ihm selbst zu begegnen, wenn man die Dritte Symphonie hört. So hat es auch Arnold Schönberg empfunden, als er 1904 eine Aufführung des Werks in Wien besuchte: »Ich habe Ihre Seele gesehen, nackt, splitternackt«, schrieb er danach an Mahler. »Sie lag vor mir wie eine wilde, geheimnisvolle Landschaft mit ihren grauenerregenden Untiefen und Schluchten und daneben heitere, anmutige Sonnenwiesen, idyllische Ruheplätze. Ich glaube, ich habe Ihre Sinfonie empfunden. Ich fühlte ein Kämpfen um die Illusionen; ich empfand den Schmerz des Desillusionierten, ich sah böse und gute Kräfte miteinander ringen ; ich spürte einen Menschen, ein Drama, Wahrheit, rücksichtsloseste Wahrheit.«

Susanne Stähr

Iván Fischer ist seit Beginn der Saison 2012/2013 Chefdirigent des Konzerthausorchesters Berlin. Der gebürtige Ungar studierte Klavier, Violine und Violoncello in Budapest, bevor er in Wien die Dirigierklasse des berühmten Pädagogen Hans Swarowsky besuchte. Danach war er zwei Jahre lang Assistent von Nikolaus Harnoncourt. Iván Fischers internationale Karriere begann 1976 mit dem Sieg beim Dirigentenwettbewerb der Rupert Foundation in London. 1983 kehrte er in seine ungarische Heimat zurück und gründete zusammen mit Zoltán Kocsis das Budapester Festivalorchester, dem er bis heute als Musikdirektor vorsteht. Zudem rief er mehrere Festivals ins Leben, u. a. das Budapester Mahler-Festival, das auch zeitgenössischen Komponisten ein Forum für deren neue Werke bietet. Eine enge künstlerische Partnerschaft verbindet Iván Fischer mit der Wiener Staatsoper; hinzu kommen zahlreiche Produktionen an Opernhäusern wie denen in Zürich, London, Paris und Brüssel. Als Gast dirigiert Iván Fischer z. B. das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, das Cleveland Orchestra, das New York Philharmonic, das Orchestre de Paris, die Münchner Philharmoniker und das Israel Philharmonic Orchestra. Auch am Pult der Berliner Philharmoniker war er seit 1989 wiederholt zu erleben, zuletzt Ende März 2014 mit Werken von Johann Christian Bach, Beethoven und Brahms. Der zudem als Komponist erfolgreiche Musiker – im Juni 2014 wurde seine neue Oper Die Rote Färse im Konzerthaus Berlin erstmals in Deutschland aufgeführt – ist Gründer der Ungarischen Mahler-Gesellschaft und Schirmherr der British Kodály Academy. Zu seinen Auszeichnungen zählen die Goldene Medaille des Präsidenten der Republik Ungarn und der Kossuth-Preis, die Ehrenbürgerschaft der Stadt Budapest sowie die Ernennung zum »Chevalier dans l’Ordre des Arts et des Lettres« der Republik Frankreich.

Anna Larsson besuchte drei Jahre lang das Stockholmer Opernstudio 67 und erhielt privaten Unterricht von Florence Düselius. Im Anschluss daran studierte sie an der Opernhochschule in Stockholm; seit 1992 arbeitet sie mit der Atem- und Gesanglehrerin Anna Sims zusammen. Eine der international renommiertesten Altistinnen, hat Anna Larsson sich einen überragenden als Interpretin von Wagner-Partien erworben, mit denen sie an Bühnen wie den Königlichen Opernhäusern in Kopenhagen und Stockholm, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, an den Staatsopern in Wien, München und Berlin, an der Finnischen Nationaloper sowie bei Festspielen wie denjenigen in Salzburg, Florenz und Aix-en-Provence gastiert. Auf der Konzertbühne ist die Sängerin mit nahezu dem gesamten Repertoire für Alt und Orchester vertreten – von Händels Messiah bis Elgars Sea Pictures, Gustav Mahlers Liedzyklen und Verdis Messa da Requiem; hierbei arbeitet sie mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Gustavo Dudamel, Alan Gilbert, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta, Seiji Ozawa, Antonio Pappano und Esa-Pekka Salonen zusammen. Bei den Berliner Philharmonikern gab Anna Larsson ihr Debüt während einer Europatournee des Orchesters im Oktober 1997 mit der Alt-Partie in Gustav Mahlers Zweiter Symphonie (Dirigent: Claudio Abbado); zuletzt in einem Berliner Konzert des Orchesters war sie Ende Januar 2012 unter der Leitung von Sir Simon Rattle als Solistin in Mahlers Rückert-Liedern zu erleben. Die Künstlerin, die auch den klavierbegleiteten Liedgesang mit großer Leidenschaft pflegt, wurde 2010 von König Carl XVI. Gustav zur Schwedischen Hofsängerin ernannt; im Sommer 2011 eröffnete sie ihr eigenes Konzerthaus Vattnäs Konsertlada in der Nähe von Mora (Schweden).

Mit rund 60 Konzerten jährlich sowie Gastauftritten bei Festivals zählt der Rundfunkchor Berlin zu den herausragenden Chören des internationalen Konzertlebens. 1925 in Berlin gegründet, feierte er 2015 sein 90-jähriges Bestehen. Ein breites Repertoire und reich nuanciertes Klangbild machen den Profichor zu einem begehrten Ensemble bedeutender Orchester und Dirigenten in aller Welt; in Berlin bestehen langjährige Kooperationen mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Symphonie-Orchester und den Berliner Philharmonikern. Eine rege Aufnahmetätigkeit und viele Auszeichnungen, darunter drei »Grammy Awards«, dokumentieren den großen Erfolg dieser Arbeit. Gemeinsam mit Künstlern unterschiedlicher Disziplinen erschließt der Chor jedes Jahr mit einer spartenübergreifenden Produktion neue Erlebnisweisen von Chormusik: So stieß z. B. 2012 die szenische Umsetzung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms durch Jochen Sandig und ein Team von Sasha Waltz & Guests auf große Beachtung. Mit zahlreichen Aktivitäten im Bildungs- und Erziehungsbereich wie dem jährlichen Mitsingkonzert in der Philharmonie, der Liederbörse für Kinder und Jugendliche oder dem Grundschulprojekt SING! möchte der Chor möglichst viele Menschen zum Singen bringen; zudem setzt er sich auch für professionelle Nachwuchssänger ein. Seit seiner Gründung wurde das Vokalensemble von Dirigenten wie Helmut Koch, Dietrich Knothe, Robin Gritton und zuletzt Simon Halsey geprägt; mit Beginn dieser Spielzeit übernahm Gijs Leenaars die Position des Chefdirigenten und Künstlerischen Leiters. Mit den Berliner Philharmonikern war der Rundfunkchor Berlin vor wenigen Tagen erst unter der Leitung von Christian Thielemann in Gabriel Faurés Requiem zu erleben.

Mit einer Geschichte, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, ist der Staats- und Domchor Berlin einer der renommierten Knabenchöre Deutschlands. Im 19. Jahrhundert erlebte der damalige Königliche Domchor unter den Direktoren Felix Mendelssohn Bartholdy, Otto Nicolai und August Neithardt eine erste Blütezeit. 1923 wurde das Ensemble in »Staats- und Domchor Berlin« umbenannt und der Hochschule für Musik (der heutigen Universität der Künste) zugeordnet. Derzeit werden über 300 Knaben- und junge Männerstimmen im Staats- und Domchor ausgebildet. Während die Jüngsten mit Kinderliedern und Stimmbildung beginnen, musizieren die versierteren Sänger gemeinsam mit Ensembles wie der Lautten Compagney oder den Berliner Philharmonikern in den Konzertsälen der Stadt, bei politischen Festakten oder im Berliner Dom. Für ihre zahlreichen Auftritte erarbeiten sie geistliche und weltliche Chorwerke von der Renaissance bis zur Gegenwart. Direktor des Chors ist seit 2002 Kai-Uwe Jirka, Professor für Chorleitung an der Universität der Künste Berlin. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt der Staats- und Domchor Berlin den Europäischen Jugendchorkulturpreis des Jahres 2002. Konzertreisen führten ihn durch Europa, Japan, Russland, Israel und die USA. Bei den Berliner Philharmonikern gastierte der Staats- und Domchor Berlin zuletzt Mitte Juni 2014: Auf dem Programm jener von Gustavo Dudanel geleiteten Konzerte stand als zentrales Werk ebenfalls Gustav Mahlers Dritte Symphonie.

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