Daniel Barenboim dirigiert das Europakonzert 1997 in Versailles

01. Mai 1997
Europakonzert aus Versailles

Berliner Philharmoniker
Daniel Barenboim

  • Maurice Ravel
    Le Tombeau de Couperin (16 Min.)

  • Wolfgang Amadeus Mozart
    Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 415 (27 Min.)

    Daniel Barenboim Klavier

  • Ludwig van Beethoven
    Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 »Eroica« (52 Min.)

1997 waren die Berliner Philharmoniker bei ihrem alljährlichen Europakonzert zu Gast im prachtvollen Ambiente der Opéra Royal im Schloss von Versailles. Gewissermaßen als Verbeugung vor diesem Meisterwerk der Barockarchitektur eröffnete Daniel Barenboim das Programm mit Ravels Le Tombeau de Couperin, gefolgt von Mozarts C-Dur-Klavierkonzert KV 415, bei dem Barenboim ans Klavier wechselte, und Beethovens Eroica.

Die Gattung des »Tombeau« (d.h. »Grabmal«) ist ein Sonderfall des französischen Barock: Es zollt einem berühmten Musiker Tribut zollen und verarbeitet in der Regel Originalmusik des so Geehrten. Ähnlich verfuhr auch Ravel in seinem Le Tombeau de Couperin und zitierte Tanzsätze aus den Concerts royaux von François Couperin (1668–1733), auch wenn er seine Suite eher »als Hommage an die gesamte französische Musik des 18. Jahrhunderts« verstanden wissen wollte – die bei ihm allerdings eindeutig das Klanggewand des 20. Jahrhunderts trägt.

Anders als Couperin, der über 20 Jahre im Dienst des »Sonnenkönigs« stand, litt Mozart unter der geistigen Enge am Salzburger Hof und ließ sich nach seiner spektakulären Demission 1781 als freier Musiker in Wien nieder: »Hier ist doch gewiß das Klavierland!« 1783 präsentierte er dem Wiener Publikum insgesamt drei neu komponierte Klavierkonzerte, darunter auch das in C-Dur KV 415. An seinen Vater schrieb er, sie seien »eben das Mittelding zwischen zu schwer, und zu leicht – sind sehr Brillant – angenehm in die ohren – Natürlich, ohne in das leere zu fallen – hie und da – können auch kenner allein satisfaction erhalten – doch so – daß die nichtkenner damit zufrieden seyn müssen, ohne zu wissen warum.«

Beethovens Dritte Symphonie klang dem Publikum bei ihrer Uraufführung hingegen gar nicht »angenehm in die ohren«; man bemängelte, sie habe allzu viel »des Grellen und Bizarren« und ein Kritiker nannte sie gar »sittenverderbend«. Heute gilt sie als unbestrittenes Meisterwerk aus einer Phase von Beethovens Lebens, in der er nach eigenem Bekunden zu »einer wirklich gantz neue Manier« in seinem Schaffen fand.

EuroArts

Aufzeichnung aus dem Schloss von Versailles
© 1997 EuroArts Music International

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