Daniel Barenboim und Plácido Domingo beim Europakonzert 1992 im Escorial

01. Mai 1992
Europakonzert aus El Escorial

Berliner Philharmoniker
Daniel Barenboim

Plácido Domingo

  • Giuseppe Verdi
    La forza del destino: Ouvertüre (594 Min.)

  • Giuseppe Verdi
    Don Carlo: »Io l’ho perduta! … Io la vidi, e il suo sorriso« (4 Min.)

    Plácido Domingo Tenor

  • Hector Berlioz
    La Damnation de Faust op. 24 (11 Min.)

    Plácido Domingo Tenor

  • Franz Schubert
    Symphonie Nr. 7 h-Moll D 759 »Unvollendete« (28 Min.)

  • Richard Wagner
    Die Meistersinger von Nürnberg: Vorspiel zum 1. Akt (11 Min.)

  • Richard Wagner
    Die Walküre: »Winterstürme wichen dem Wonnemond« (4 Min.)

    Plácido Domingo Tenor

  • Richard Wagner
    Götterdämmerung (34 Min.)

1991 erinnerten die Berliner Philharmoniker mit einem Europakonzert in Prag zum ersten Mal an den Jahrestag ihrer Gründung am 1. Mai 1882. Zum 110. Geburtstag reiste das Orchester ein Jahr später nach Spanien und präsentierte in der prachtvollen Basilika des Escorial nahe Madrid ein abwechslungsreiches Programm mit Musik von Verdi, Wagner, Schubert und Berlioz. Am Pult stand Daniel Barenboim, regelmäßiger Gast des Orchesters und der Europakonzerte, und für vokale Glanzlichter sorgte der gebürtige Madrilene Plácido Domingo.

Das Real Monasterio de San Lorenzo de El Escorial ist mit seiner Kombination aus Klosteranlage und Königspalast der größte Renaissancebau der Welt und gehört seit 1984 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Erbaut wurde es auf Geheiß von Philipp II., in dritter Ehe verheiratet mit der französischen Prinzessin Elisabeth von Valois, die vorher mit seinem Sohn Carlos verlobt gewesen war – eine Dreieckskonstellation, die Friedrich Schiller zu seinem Don Carlos inspirierte und später Giuseppe Verdi zu seiner gleichnamigen Oper. Mit »Io l’ho perduta« schlüpfte Plácido Domingo bei diesem Europakonzert also fast am historisch korrekten Ort in die Rolle des enttäuschten Thronfolgers. Im weiteren Verlauf des Programms glänzte der spanische Tenor noch mit Opernszenen von Wagner und Berlioz und stellte damit einmal mehr seine enorme stilistische Bandbreite unter Beweis.

Das Orchester kam zu seinem Recht in der düster-grollenden Ouvertüre zu Verdis La forza del destino, dem schmissigen Rákóczi-Marsch aus Berlioz’ La Damnation de Faust und Schuberts h-Moll-Symphonie, bei der man bis heute nicht sicher weiß, ob sie wirklich »unvollendet« ist oder ob Schubert es nicht ganz bewusst bei zwei Sätzen belassen hat. Anschließend dirigierte Daniel Barenboim mit klarem Schlag durch die klangmächtigen Ausschnitte aus Wagners Musikdramen, was die Zeitschrift Gramophone fragen ließ: »Ob an diesem Ort jemals zuvor Wagners Musik erklungen ist? Es scheint wenig wahrscheinlich, und falls doch, dann wurde sie bestimmt nicht so großartig gespielt wie an diesem Abend.«

EuroArtsAufgenommen im Real Monasterio de San Lorenzo de El Escorial
© 1995 EuroArts Music International

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